Drachenritt auf der Achterbahn
Im Europa Park in Rust ist seit dem 17. September 2015 der Alpenexpress-VR-Ride in Betrieb. Besucher des Freizeitparks können dort die erste Virtual-Reality-Achterbahnfahrt der Welt erleben.
Der Europa Park Rust, Deutschlands größter Freizeitpark, ist
um eine Attraktion reicher. Der sich seit 1984 im Einsatz befindende „Alpenexpress Enzian“, die erste Achterbahn des Parks überhaupt, wurde kurzerhand in ein
virtuelles Spektakel umfunktioniert. Fahrgeschäftsteilnehmer ab 12 Jahren mit
einer Mindestgröße von 100 cm können sich ab sofort bei Fahrtantritt eine
VR-Brille um den Kopf schnallen und so in eine putzige virtuelle Fantasie-Welt abtauchen.
Das Projekt, das als Idee im Rahmen eines Studienprojekts des
Fachbereichs Virtual Design der Fachhochschule Kaiserslautern ihren Anfang nahm
und von Studienbereichsleiter Thomas Wagner in Kooperation mit den Unternehmen
MackMedia und Samsung unter dem Firmenlabel VR Coaster zur Marktreife weiter entwickelt wurde, zielt bewusst auf
die Erweiterung gängiger Virtual Reality-Erfahrungen um das physische Erleben einer
Achterbahnfahrt, um auf diese Weise eine einzigartige Erfahrungswelt zu kreieren.
Um das Aufkommen von Übelkeit bei den Fahrgästen zu verhindern, ist insbesondere eine exakte Synchronisierung der virtuellen Inhalte
mit der Position des Achterbahnwagens erforderlich. Dazu wurde eine eigens
patentierte Technologie entwickelt, mit der die Inhalte der Brille mehrmals pro
Sekunde per Bluetooth mit der Wagenposition, die über eine Sensorbox im
Fahrwerk ermittelt wird, abgeglichen werden. Die gesamte Grafikberechnung
erfolgt auf dem Handy, das in das Samsung Gear VR-Headset eingesetzt wird. Die für
die jeweilige Achterbahnkonstruktion produzierten Inhalte - ob
mittelalterlicher Drachenritt, Weltraumgefecht oder Kunstflug-Show - lassen sich
vor Fahrtantritt per App auf dem Handy auswählen.
Neben dem Problem der Übelkeit mussten die Entwickler vor
allem auch an der Robustheit der Hardware-Konstruktion arbeiten, die den holprigen
Fahreigenschaften einer Achterbahnfahrt standhalten muss. Ein zusätzlicher
Kinnriemen soll verhindern, dass sich die Brille während der Fahrt vom Kopf löst.
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