Mittwoch, 7. Oktober 2015

//VR, Entertainment

Drachenritt auf der Achterbahn 

Im Europa Park in Rust ist seit dem 17. September 2015 der Alpenexpress-VR-Ride in Betrieb. Besucher des Freizeitparks können dort die erste Virtual-Reality-Achterbahnfahrt der Welt erleben.

Der Europa Park Rust, Deutschlands größter Freizeitpark, ist um eine Attraktion reicher. Der sich seit 1984 im Einsatz befindende „Alpenexpress Enzian“, die erste Achterbahn des Parks überhaupt, wurde kurzerhand in ein virtuelles Spektakel umfunktioniert. Fahrgeschäftsteilnehmer ab 12 Jahren mit einer Mindestgröße von 100 cm können sich ab sofort bei Fahrtantritt eine VR-Brille um den Kopf schnallen und so in eine putzige virtuelle Fantasie-Welt abtauchen.

Das Projekt, das als Idee im Rahmen eines Studienprojekts des Fachbereichs Virtual Design der Fachhochschule Kaiserslautern ihren Anfang nahm und von Studienbereichsleiter Thomas Wagner in Kooperation mit den Unternehmen MackMedia und Samsung unter dem Firmenlabel VR Coaster zur Marktreife weiter entwickelt wurde, zielt bewusst auf die Erweiterung gängiger Virtual Reality-Erfahrungen um das physische Erleben einer Achterbahnfahrt, um auf diese Weise eine einzigartige Erfahrungswelt zu kreieren.

Um das Aufkommen von Übelkeit bei den Fahrgästen zu verhindern, ist insbesondere eine exakte Synchronisierung der virtuellen Inhalte mit der Position des Achterbahnwagens erforderlich. Dazu wurde eine eigens patentierte Technologie entwickelt, mit der die Inhalte der Brille mehrmals pro Sekunde per Bluetooth mit der Wagenposition, die über eine Sensorbox im Fahrwerk ermittelt wird, abgeglichen werden. Die gesamte Grafikberechnung erfolgt auf dem Handy, das in das Samsung Gear VR-Headset eingesetzt wird. Die für die jeweilige Achterbahnkonstruktion produzierten Inhalte - ob mittelalterlicher Drachenritt, Weltraumgefecht oder Kunstflug-Show - lassen sich vor Fahrtantritt per App auf dem Handy auswählen.

Neben dem Problem der Übelkeit mussten die Entwickler vor allem auch an der Robustheit der Hardware-Konstruktion arbeiten, die den holprigen Fahreigenschaften einer Achterbahnfahrt standhalten muss. Ein zusätzlicher Kinnriemen soll verhindern, dass sich die Brille während der Fahrt vom Kopf löst.

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